Fragen, die beim Rahmen fast immer auftauchen
Wie misst man ein Kunstwerk korrekt?
Die Messung erfolgt in drei Schritten: Zuerst wird die Größe des Werkes selbst erfasst – Höhe, Breite und ggfs. Tiefe, wenn es sich um ein Objekt handelt. Dabei sollten Sie mehrmals an verschiedenen Positionen messen, um Unebenheiten oder Verformungen zu erkennen.
Zweitens wird die Oberflächenbeschaffenheit dokumentiert: Ist das Werk auf Papier, Leinwand oder Holz? Gibt es Erhebungen, Risse oder empfindliche Stellen? Diese Information bestimmt später die Wahl des Schutzsystems.
Drittens werden die gewünschten Abstände – Randabstände – festgelegt. Dabei sollten Sie sich Zeit nehmen und mehrere Möglichkeiten mit dem Kunden durchsprechen. Klassische Proportionen folgen oft der Regel, dass die Seitenmarge gleich, die Unterkante aber um ca. 20% größer ist.
Welches Rahmenprofil passt zu meinem Kunstwerk?
Die Profilauswahl hängt von mehreren Faktoren ab: Größe des Werkes, Stilrichtung, Material und vorhandene Einrichtung. Ein großes, modernes Gemälde verträgt oft einen breiten, subtilen Rahmen, während kleine Grafiken von dünnen, dekorativen Profilen profitieren.
Materialien reichen von klassischen Holzrahmen in Eiche, Nussbaum oder anderen Hölzern bis hin zu modernen Aluminium- oder Kunststoffsystemen. Der Oberflächenfinish – poliert, gebürstet, lackiert oder foliiert – beeinflusst den Eindruck ebenfalls.
Wir empfehlen, mehrere Muster nebeneinander zu vergleichen und dabei die vorhandene Raumeinrichtung zu berücksichtigen. Ein neutrales, zurückhaltendes Profil passt zu den meisten Kontexten, während ein charaktervolles Profil gezielt eingesetzt werden kann, um Akzente zu setzen.
Was ist der Unterschied zwischen den verschiedenen Glasarten?
Normales Kristallglas ist transparent und preiswert, reflektiert aber bis zu 8% des einfallenden Lichts und bietet keinen UV-Schutz. Dies ist ausreichend für unkritische, robuste Kunstwerke.
Museumsglas mit UV-Schutz ist eine Premium-Lösung, die UV-Strahlung auf über 99% reduziert und damit langzeitige Farbveränderungen (Verblassen) minimiert. Es ist ideal für wertvolle oder empfindliche Werke und bietet maximalen Schutz.
Antireflex-Glas (auch Entspiegelungsglas genannt) reduziert Reflexionen deutlich unter 1%, erhält Farbtreue und verbessert die Lesbarkeit – besonders bei beleuchteten Kunstwerken. Es ist etwas teurer, lohnt sich aber für hochwertige, häufig betrachtete Objekte.
Für Spiegel verwenden wir entsprechende Spiegelglas-Sorten oder kombieren normale Gläser mit Oberflächenbehandlungen, um die gewünschte Optik zu erreichen.
Wie funktioniert Passepartout und was bedeuten die verschiedenen Optionen?
Passepartout ist eine Schicht aus Karton oder Papier mit einer ausgestanzten Öffnung, die zwischen Werk und Glas platziert wird. Es dient drei Zwecken: Es schafft Abstand zwischen dem empfindlichen Kunstwerk und dem Glas, es rahmt das Werk proportional ein und es wirkt konservatorisch schützend.
Die Materialwahl ist entscheidend: Säurefreie Materialien (museum-grade) verhindern Verfärbungen und chemische Reaktionen über Jahrzehnte hinweg. Günstigere Alternativen können langfristig zu Verfärbungen führen.
Die Breite des Passepartout-Fensters (Randabstand) folgt oft klassischen Proportionen: Seitenmarge gleich, Untermarge größer. Ein 5cm Randabstand ist eine Standardwahl, kann aber je nach Größe und Stilrichtung variiert werden.
Die Schnittqualität ist ebenfalls wichtig: Scharf geschnittene, saubere Kanten wirken professionell, während unsaubere Kanten den Gesamteindruck beeinträchtigen.
Wie transportiert und lagert man gerahmte Kunstwerke sicher?
Transport sollte sorgfältig geplant werden. Für lokale Transporte kann ein flaches Tablett mit gepolsterten Rändern ausreichend sein. Für größere Entfernungen empfehlen wir spezielle Versandkartons mit Schaumstoff-Polsterung und einer Klammer, um Bewegungen während des Transports zu minimieren.
Lagerung sollte an einem trockenen, temperaturgeregelten Ort erfolgen – idealerweise bei 18-21°C und 45-55% Luftfeuchte. Starke Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen können zu Verformungen und Beschädigungen führen.
Rahmen sollten vertikal gestapelt werden, nicht flach übereinander. Große, schwere Rahmen sollten mit Abstandshaltern versehen werden, um Druck zu vermeiden.
Bei empfindlichen oder wertvollen Werken sollten Sie die Lagerungsbedingungen dokumentieren und regelmäßig überprüfen. Eine Schutzhülle gegen Staub ist sinnvoll, sollte aber Luft durchlassen.
Wie hängt man ein Kunstwerk sicher an der Wand auf?
Die Aufhängung muss sicher sein – das Gewicht des Rahmens muss auf den Untergrund abgestützt werden. Für leichte Rahmen unter 5kg genügen Spannhaken und leichte Nägel. Für schwerere Rahmen empfehlen wir Spiegelhaken oder Dübelsysteme, die ordnungsgemäß in den Untergrund verankert sind.
Der Untergrund ist entscheidend: Massives Mauerwerk hält gut, Gipskartonwände benötigen Hohlraumdübel, Holzwände klassische Nägel oder Schrauben. Ein Lochsucher hilft, die richtige Befestigung zu wählen.
Die Höhe sollte bewusst gewählt werden: Augenhöhe liegt für stehende Betrachter bei etwa 150-160cm vom Boden bis zur Mittellinie des Rahmens. Dies kann je nach Raumsituation und Betrachtungsgewohnheiten variiert werden.
Wasserwagen und Messwerkzeuge helfen, Ausrichtung zu prüfen. Ein Profi verwendet oft ein Markierungssystem, um korrekte Positionen zu finden, bevor Löcher gebohrt werden.
Wie pflegt man ein gerahmtes Kunstwerk langfristig?
Pflege beginnt mit präventiver Umgebung: Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung, extreme Temperaturen und Feuchtigkeit werden minimiert. Eine stabile Raumklimaat um 18-21°C und 45-55% Luftfeuchtigkeit ist ideal.
Regelmäßiges Abstauben schützt: Ein weiches Mikrofasertuch ist geeignet, um Staub zu entfernen, ohne das Glas zu zerkratzen. Feuchte Tücher sollten sparsam eingesetzt werden und nicht direkt auf Holz oder Papier wirken.
Das Glas sollte selten mit Reinigungsmitteln behandelt werden – ein trockenes Tuch ist meist ausreichend. Bei hartnäckigem Schmutz kann destilliertes Wasser in äußerst geringen Mengen helfen, aber nie direkt auf das Werk spritzen.
Holzrahmen sollten gelegentlich mit einer Holzpflege behandelt werden, um Trocknisse zu vermeiden – etwa einmal pro Jahr je nach Raumklima. Ein einfaches Öl oder Wachs kann ausreichend sein.
Regelmäßige Kontrolle der Aufhängungssysteme ist sinnvoll: Spannhaken können sich lockern, Dübel können aus dem Untergrund rutschen. Ein jährlicher Check erhöht die Sicherheit erheblich.